Mittwoch, August 16, 2006

Computerzeitschriftenblätterwald

Ich bin genervt.

Genervt von selbsternannten Fachzeitschriften, die aber letztlich auch nur marktschreierisch nach verkaufter Auflage schielen. Ich bin, nein war PC-Welt-Abonnent seit Jahren. Und seit etwa einem Jahr ärgere ich mich bereits darüber, dass das Titelblatt Schlagzeilen zieren, die auch der B**d-Zeitung zur Ehre gereichen würden. Vor allem aber fehlt den Redakteuren aber offenbar die Phantasie, denn manches wiederholt sich.

Beispiele gefällig?

1/2006: "So versauen Sie nie mehr Ihren PC!"
2/2006: "XP verseucht!"
3/2006: "ALLES sehen, was andere treiben!"
6/2006: "XP - Die radikalsten Tricks aller Zeiten!"
8/2006: "Nie mehr den PC versauen" und "Extreme DSL-Tricks"
9/2006: "Microsoft Office verseucht!" (siehe rechts - auf dem Titelblatt haben 3 Headlines ein Ausrufezeichen ...)

Ich komme mir inzwischen nicht mehr ganz ernstgenommen vor, insbesondere deswegen, weil die mit viel Lautstärke angepriesenen Artikel in der Regel nicht das halten, was das Titelblatt verspricht. Aktuelles Beispiel ist das "XP-Service-Update", das sich bei näherem Hinsehen nicht als "das wichtigste Update des Jahres" sondern als 20 Freeware-Tools entpuppt, die XP um Funktionen erweitern - und von denen es Tausende im Netz gibt und von denen die wichtigsten und besten jeden Monat in (praktisch) allen PC-Zeitschriften zu finden sind.

Da lobe ich mir doch die gute alte Tante c't, die auf dem Titelblatt ohne jedes Ausrufezeichen auskommt [ooops, auf dem aktuellen Heft (17/2006) ist doch eines ...], in der Artikel mehr Text als Bilder haben und deren Stil unnachahmlich sachlich ist. Das Manko, dass ich etwa ein Fünftel der Artikel auch mit dem PC-Lexikon neben dran nicht verstehe, weil sie sich an Programmierer wenden, kann ich gut verschmerzen, wenn die Lektüre des Rests ein Vergnügen ist.

Kommentare:

Wolf hat gesagt…

Bei vielen Druckwerken geht es nur um die Auslastung der Druckkapazitäten nach der Formel: «Schreiben Sie mal ein Buch über HTML, 600 Seiten.» Und wie bei Büchern, so bei Zeitschriften. Aber selbst gute Autoren müssen irgenwovon leben und tun es dann.

Andreas Schödl hat gesagt…

Ich stehe auch regelmäßig vor dem Regal der PC-Zeitschriften und wundere mich. Eigentlich sehen sie alle gleich aus, viele Überschriften über- und nebeneinander, die Abhilfe für die immergleichen Probleme versprechen. Gut, dann bleibt das Zeug halt ungekauft. Um so schlimmer, wenn - wie heute - die c't mal nicht pünktlich am Samstag im Briefkasten liegt!

digitus hat gesagt…

*grins* bei mir ist sie da! Das ist auch einer der wesentlichsten Vorteile des Abos, dass man die c't schon am Samstag und so das Wochenende zum Lesen hat ...