Sonntag, Oktober 08, 2006

Konzertbesuche

Ja, das kenne ich auch:

Wenn du vor dem Konzert weibliche Zuschauer im Alter zwischen 18 und 35 erspähst, die sichtlich overdressed und schlimmstenfalls zu zweit sind, denk gar nicht lange nach und zerr sie (ohne Verhandlung oder Beweisführung) an den Haaren aus dem Club heraus. Gib ihnen ggf. noch einen liebevollen Arschtritt und sag präventiv: „Unterhaltet euch zu Hause. Geht zum Oasis-Konzert. Besucht eine Flirtbar. Nehmt eine Überdosis Schlaftabletten. Wandert aus. Erzählt das euren „Freunden“ auf MySpace. Aber BITTE (bitte bitte bitte bitte) verschont mich mit eurer krächzenden unsensiblen blindegomanischen dummdreisten respektlosen Art, einem Konzert beizuwohnen“. Nennt mich einen Chauvinist, aber vornehmlich feminines Berliner Publikum (vor allem im Duo) hat diese unsägliche Angewohnheit, sich auf Biegen und Brechen in die erste Reihe drängeln zu müssen, um dann das gesamte Konzert (vor allem bei ruhigen Bands) mit ihren Freundinnen rumzukrakeelen und sich über die neuesten hippen Modetrends auszutauschen oder die wenigen interessierten Hörern an ihren Trivialitäten teilhaben zu lassen. Während des Konzerts zu reden bzw. zu gaggern GEHT NICHT! Keine Gnade, Freunde! Da hilft nur rohe dumme Gewalt.
Wobei es diese Spezies, die nach meiner Beobachtung auch nicht zwangsläufig weiblich und im Teeniealter sein muss, auch anderswo gibt. Kürzlich auf dem Nürnberger Bardentreffen habe ich auf einem Konzert der großartigen Modena City Ramblers auch nur schwer die Contenance halten können als links von meinem Platz mit guter Akustik und Übersicht zwei weibliche Endvierziger, die sonst durch gelegentliches Mittanzen ihre Jugendlichkeit unterstrichen, die meiste Zeit das übrige Programm des Festivals und sonstige Neuigkeiten austauschten (um gegen die Musiker anzukommen, natürlich in entsprechender Lautstärke). Ätzend.

Kommentare:

invivo hat gesagt…

Bardentreffen? Bist Du aus der Gegend?
Grüßle,
Barbara

digitus hat gesagt…

Habe einige Jahre in Nürnberg gelebt und deshalb ist das Bardentreffen jedes Jahr eine gute Gelegenheit, mal wieder fränkische Luft zu schnuppern (und fränkisches Bier zu trinken *g*).

Ivo hat gesagt…

Noch eine andere Form von Terror, die (glaub ich) vornehmlich von Gymnasiasten ausgeübt wird: sich bei Rockkonzerten mit weltschmerz-verklärten Blicken vor der Bühne auf den Boden hinzusetzen und dort zu verharren.