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Freitag, Juli 25, 2008

Ich fühle mich geehrt ...

... denn ich habe es schwarz auf weiß: Die Chefredaktion des Spiegel fragt mich (als regelmäßigen taz-Leser, der ja bekanntermaßen besonders politisch interessiert ist) nach meiner Meinung. Heute fällt mir aus meiner tageszeitung ein Kuvert entgegen, das "Exklusiv an die Leserinnen und Leser der taz" adressiert ist - offenbar kennt Michael Plasse, der das Schreiben verfasst hat, die taz nicht, sonst wüsste er, dass das dort "LeserInnen" heißt. Und dann darf ich mich zu so entscheidenden Fragen äußern, ob die Abgeordnetengehälter zukünftig von einer unabhängigen Kommission festgelegt werden sollen. Wenn mich schon die große Politik nicht fragt, was ich denke, der SPIEGEL macht's. Und als Dank bekomme ich eine Uhr oder eine Digitalkamera (die vermutlich gerade mal den Materialwert hat) und 12 Ausgaben des SPIEGEL zum halben Preis (und wenn ich nicht aufpasse, habe ich anschließend ein richtiges Abo an der Backe. Achja, ein Auto kann ich auch gewinnen ...

Als mir dann auch noch aus dem deutschen National Geographic der gleiche Müll "exklusiv für die Leserinnen und Leser von NATIONAL GEOGRAPHIC" entgegenfällt, weiß ich auch noch dass es mit der Exklusivität nicht so weit her sein kann ...

Und ich fühle mich nicht geehrt, sondern verar***t ...

[Und leider machen es viele andere Printmedien genauso ... in meinen Augen leidet die Seriosität da gehörig.]

Donnerstag, Juli 03, 2008

Meine persönliche Kundenbetreuerin

Wenn auf dem Display keine Rufnummer zu sehen ist, gehe ich schon immer mit besonderer Achtsamkeit ans Telefon und habe bereits ein "danke, kein Interesse" auf den Lippen, dass ich Cold-Call-Terroristen entgegenschmettern kann. Gestern war aber meine persönliche Kundenbetreuerin von Weltbild in der Leitung, die sich freundlich erkundigte, wie ich denn mit dem Angebot zufrieden sei. Ich erklärte ihr, froh zu sein, nun endlich jemand Berufenen mitteilen zu können, dass ich keine Werbematerialien von Weltbild mehr bekommen wolle, da dieses Versandhaus zu einem für mich unerträglichen Gemischtwarenladen degeneriert sei. Die Dame mimt Verständnis, ja es gebe ein breites Angebot. Ich berichte freimütig, dass ich jetzt ganz gerne bei Jokers einkaufe, da man sich dort auf Bücher, CDs und DVDs beschränke, "aber das gehört ja auch zu ihrem Konzern". Das wiederum bestreitet die Dame energisch, die den Namen Jokers offenbar noch nie gehört hat ... Ich erzähle, dass meine Jokers-Rechnungsbeträge auf ein Weltbild-Konto überwiesen würden. Nein, das könne nicht sein. Ich beende das Gespräch nun rasch und hoffe mit dieser nur mäßig informierten Kundenbetreuerin in Zukunft nichts mehr zu tun haben zu müssen.

Achja: Auf der Impressumsseite von Jokers steht "Jokers.de ist ein Service von Jokers restseller in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH" ...

Mittwoch, Juli 02, 2008

Alte Starrköpfe

Aus psychopathologischer Sicht ist das Drama rund um den greisen Diktator des schwarzafrikanischen Landes Simbabwe höchst interessant (aus menschlicher Sicht ist es nur zum Heulen ...). Da klebt jemand auf übelste Art und Weise an der Macht und treibt sein Land dadurch ins Chaos. Die Weltöffentlichkeit schaut fassungslos und gelähmt zu - Parallelen zu den Entwicklungen in anderen Ländern Schwarzafrikas sind offenkundig ...

Warum scheinen sich solche Dynamiken insbesondere in ehemaligen Kolonien zu entwickeln? Warum wachsen rassistische Ressentiments gerade bei Menschen, die selber (oder zumindest ihre Vorfahren) Opfer von Rassismus wurden? Warum greift der große Weltpolizist USA hier nicht ein? Weil es hier nicht um lukrative Ölvorräte sondern nur ums blanke Überleben geht? Was ist mit der afrikanischen Union?

Fragen über Fragen ...

Freitag, Juni 20, 2008

Geschmacksverirrung

Ich bin ein großer Freund der c't, was an anderer Stelle ja schonmal anklang. Und ich bin ein regelmäßiger Leser der c't-Sonderhefte zur Digitalen Fotografie, weil dort mit viel Sachverstand und großer Ausführlichkeit Themen rund um mein Hobby behandelt werden. Bislang waren auch die Titelblätter der Sonderhefte kleine Kunstwerke. Bislang ...

Heute hat heise das online bestellte aktuelle Heft geschickt.

Was bitte hat die Art-Direktion bei der Gestaltung dieses Titels geritten? Eine rothaarige "Schönheit", deren Blöße "kunstvoll" mit feurigen Streifen bedeckt ist, lässt aus ihren Händen blitzende Feuerstrahlen in Richtung der Heft-DVD schießen ...

Der Bezug zum Heftinhalt ist offenbar der Artikel "170 Effektpinsel für Photoshop" - diese hat der Titelbildgestalter dann gleich mal ausprobiert (ohne die Zeit zu haben, sich richtig einzuarbeiten) ...

Effekte sind was schönes. Effekthascherei ist furchtbar ...
In der Bahnhofsbuchhandlung hätte ich das Heft vermutlich wegen des Titelblattes nicht gekauft

Mittwoch, Juni 18, 2008

Kundenorientierung

Was macht der zufriedene Toyota-Kunde, wenn sich die täglichen Strecken zur Arbeit (aufgrund der geforderten beruflichen Mobilität) geändert haben und mal wieder ein Kundendienst ansteht? Er studiert die Landkarte und überlegt sich, ob statt der bisherigen Vertragswerkstatt nicht auch eine andere in Frage kommen könnte, um dem Gefährt unter die Haube zu schauen ...

Kürzlich bin ich mal in der Gegend und steuere den ausgewählten Händler an, da es auch um das Procedere hinsichtlich einer trotz Durchrostungsgarantie aufgetretenen Roststelle geht. Ich betrete mit meinem Service-Heft in der Hand den Verkaufsraum und steuere den Kundendienst-Tresen an. Dahinter sitzt eine mittelalterliche Dame, die ganz offensichtlich in eine privates Telefonat vertieft ist, und mich keines Blickes würdigt. Die gut verständlichen Details des Telefonats ("... wissen Sie, ich sage auch immer zu meinem Mann, da muss man die Backen zusammenkneifen und durch ...") vertreiben mir die Wartezeit und ich sehe im Raum noch eine weitere, etwas jüngere Angestellte, die konzentriert auf einem Schreibtisch Papiere hin und her stapelt und mich gleichfalls ignoriert, da sie vermutlich nicht für den Kundendienst sondern nur für den Verkauf zuständig ist ...

Nach etwa vier Minuten gewinne ich den Eindruck, dass mich das Autohaus offenbar nicht als Kunde haben möchte und verlasse das Lokal, um (reumütig) zu meinen "alten" Händler zurückzukehren ... [wo ich übrigens sofort nach meinem Begehr gefragt und wenige Minuten später vom Werkstattleiter sachkundig beraten wurde]

Politikunmut

Das politische Leben scheint gerade auf Tauchstation zu sein, weil sich ganz Deutschland im EM-Fieber befindet, dem man wie Werner Schnell (alle Rechte des Bildes bei ihm!) ja auch durchaus Positives abgewinnen kann:



Deswegen gerät das unselige Geschacher um das nominell höchste Amt im Staate etwas in Vergessenheit - es ist absolut unwürdig, die Person des Bundespräsidenten (oder auch möglicher Kandidatinnen) derart zum Spielball von Parteiempfindlichkeiten zu machen.

Horst Köhler macht seine Sache zweifellos gut, hat aber das Charisma eines Buchhalters - ich kann ihn als Politiker ernst nehmen, aber er inspiriert mich nicht. Seine "Berliner Rede" war zweifellos eine gute Analyse der Lage, aber auch nicht mehr. Wohingegen Gesine Schwan vor Esprit sprüht und ich von ihr noch nichts gehört habe, was verblasen und unüberlegt wirkte. Es ist auch schon bemerkenswert, dass diese Frau überhaupt die Traute hat, nochmal anzutreten ...

Ich denke, dass Frau Schwan unserem politischen System, mit einer sich unter Kurt Beck gerade selbst das Grab schaufelnden Sozialdemokratie sehr gut täte ... neue Ideen und vielleicht der Hauch einer gesamtdeutschen Vision statt wohlmeinendes Verwalten.

Samstag, Januar 05, 2008

Today a photo changed my life


rescued the children of Palestine
Ursprünglich hochgeladen von omarko502003
Irgendwie gewinnt der Wunsch eines friedlichen neuen Jahrs so ein völlig anderes Gewicht ...

Freitag, Januar 04, 2008

Callcenter-Seuche

Man kann ja schon froh sein, wenn die Hotline der "Versicherer im Raum der Kirchen" trotz 0180er-Vorwahl nur einmal pro Gespräch 6 ct kostet. Dass ich mir dann aber minutenlang alle 20 Sekunden die Floskel "Unsere Mitarbeiter befinden sich derzeit alle in einem Kundengespräch - wir werden Sie sofort verbinden. Bitte haben Sie etwas Geduld." anhören kann, ist mehr als unmuterregend.

Meine "etwas Geduld" ist jedenfalls nach 15 Minuten Warten auf das "sofort verbinden" erschöpft, zumal ich schon froh bin, wenn mich als Elternzeiter meine Kinder mal für 10 Minuten in Ruhe telefonieren lassen.

Sonntag, September 09, 2007

Die Bahn macht das Leben spannend

Nichts spannender als eine sonntägliche Bahnanreise zu einem Seminar, wo man pünktlich zum Abendessen da sein will: Der ICE sammelt sich an einer Baustelle (die ich nicht gesehen habe, die aber als Ausrede immer taugt) 10 Minuten Verspätung ein. Einen Halt vor meinem Umsteigebahnhof wird schonmal durchgesagt, dass dort die Anschlusszüge nicht warten konnten. Am Umsteigehalt habe ich noch rechnerisch eine Minute Umsteigezeit, sprinte mit unzähligen anderen ein paar Gleise weiter und sitze etwas atemlos dann doch noch in meinem Anschlusszug. Bahnreisen hält jung ...

Donnerstag, Juni 21, 2007

L.A. Commercial

Gestern abend habe ich seit Monaten mal wieder Privatfernsehen geguckt. Weil ich mir L.A. Confidential anschauen wollte. Gut besetzt, viel versprechende Handlung; ich kannte den Streifen noch nicht. Die Handlungsstränge wurden gut aufgebaut, manches etwas undurchsichtig, aber gerade das hat seinen Reiz. Und gerade dann, wenn der Zuschauer auf der Höhe der Handlung ist: Werbung. Na schön, man kann ja aufs Klo gehen, den restlichen Abwasch machen, ein Telefonat erledigen. Dann muss man sich wieder regelrecht in die Handlung einarbeiten - wo waren wir stehen geblieben?



Kurzum: Mit Beginn des dritten Commercial-Breaks habe ich die Glotze ausgemacht und weiß jetzt nicht, wie der Film ausgeht - vielleicht leihe ich mir mal die DVD aus oder hoffe, dass der Film mal im Öffentlich-Rechtlichen kommt ...



Ich könnte wirklich gut auf die Privatsender verzichten.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Spamschleuder

Spam ist wirklich eine Seuche: An manchen Tagen sortiert meine sehr gute Filterkombination das zwanzigfache der regulären Mails als Junk aus. Richtig voll wird es im Spamordner, wenn irgendeine Spamschleuder meine Mailadresse als Absender einsetzt und ich dann mit Hunderten von "failure notice"-Mails zugeschüttet werde ... Ätzend.

Freitag, Juni 01, 2007

Jugendamt

Ernüchternde Meldung von Spiegel Online über verwahrloste Kinder in einer vermüllten Berliner Wohnung:

Überall fanden die Beamten verdrecktes Geschirr. Das Etagenbett im Kinderzimmer war nicht benutzbar, das obere Bett war voller Erbrochenem. Der Boden im Wohnzimmer war mit einer Schicht Tierhaaren bedeckt. In allen Räumen lag verschmutze Wäsche auf dem Boden. Für die Kinder waren keine Sanitärartikel wie Zahnbürsten vorhanden, ebenso wenig wie benutzbare Handtücher.

Dann der Satz:

Das Jugendamt entschied, dass die Kinder bis auf weiteres in der Wohnung bleiben sollen.

Das klingt ja richtig kompetent ...

*würg*

Donnerstag, Mai 31, 2007

Sprachverwirrung

Abgesehen von unmuterregenden Vorschlägen unseres Innenministers verärgert mich der inflationäre Gebrauch des Wortes "Globalisierungsgegner", da man gegen etwas unvermeidlich vorhandenes nicht sein kann (genauso unsinnig wären Sonnen- und Luftgegner). Sogar in die Hauptnachrichten der Tagesschau, der ich eigentlich etwas mehr Differenziertheit zugetraut hätte, hat sich dieser Begriff geschlichen ...

Deswegen freue ich mich über den klugen Beitrag von Michael Schulze von Glaßer im Journalismus-Blog, der es auf den Punkt bringt:

"Das gros an Menschen die gegen den G8-Gipfel protestieren werden ist, mit Ausnahme der rechtsextremen Globalisierungsgegner, wohl am besten als Globalisierungskritiker zu bezeichnen. Diese Menschen sehen in „Globalisierung“ etwas positives, kritisieren jedoch die neoliberale Art heutiger Globalisierung. Selbst die wohl bekannteste globalisierungskritische Organisation, attac, wird in den Mainstream Medien oft als „Globalisierungsgegner“ bezeichnet."

Sonntag, April 22, 2007

Emetikum

*schudder* Die Netvibes-Lektüre meiner Blogroll im AvD-Zimmer anlässlich eines angenehm ruhigen Bereitschaftsdienstnachmittags findet ein schnelles Ende, wenn ich von der Nachbarstation durch das offene Fenster mit Xavier Naidoo beschallt werde ... ich suche mir lieber mal ein bisschen Arbeit.

Mittwoch, März 21, 2007

Sibirischer Kuhschnupfen

Das schöne an einer mehrköpfigen Familie ist, dass Infekte rumgereicht werden und so richtig reifen können. Jetzt hat es mich erwischt. Als braver Arbeitnehmer habe ich natürlich gemeint, das am Wochenende abhandeln zu können, aber diesmal ging es nicht. Die beste Mutter meiner Kinder lästert dann gerne über "kranke Männer" im allgemeinen und speziellen. Ich sei nicht krank, sondern nur erkältet. Die rotzelnde Nase und der hustende Hals stören mich da ja garnicht so sehr, und sie schränken auch die berufliche Leistungsfähigkeit kaum ein, blöd sind nur die weichen Knie und das dumpf-matte Hirn ...

Sonntag, März 11, 2007

Euphemismus der Woche: Entmietung

Google-Ads sind immer wieder ein Quell der Inspiration. Was für ein zynischer Euphemismus ist "Entmietung" - das löst bei mir Assoziationen wie "Entlausung" und "Kammerjäger" aus. Ungeziefer loswerden ...

Donnerstag, Februar 22, 2007

DSL-Service-Wüste

Die c't hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe breit der fehlenden Kundenorientierung der DSL-Anbieter gewidmet. Warum in diesem Artikel freenet keine Würdigung fand, ist mir nach meinen Erfahrungen der letzten Tage und Wochen ein Rätsel:

Die einzigartig unübersichtliche Online-Hilfe des Unternehmens ließ mich mit einer Frage bezüglich meines Umzugs und der Mitnahme meines DSL-Anschlusses ratlos zurück, sodass ich im gut versteckten Supportformular eine Frage platzierte. Ein freundlicher Mailbot bestätigte den Eingang der Nachfrage, ein weiterer Mailbot bat vorsorglich um Geduld und stellte fest, dass ich die Beantwortung der Frage durch weitere Nachfragen bezüglich der Beantwortung nicht beschleunigen würde. Als nach einer knappen Woche mein Umzugstermin näher rückte und noch immer keine Antwort eintraf, schickte ich erneut über das Kontaktformular meine Frage an den Dienstleister. Auch hier nur die beiden Mailbot-Antworten, jedoch nichts Substanzielles.

Der Umzug ist inzwischen über die Bühne, die Telekom hat (mit der gleichen Rufnummer) den Anschluss neu geschaltet (das ging trotz technischer Probleme dank unkomplizierter kostenfreier Kontaktaufnahme mit dem Kundendienst reibungslos vonstatten). Als gestern etwas Ruhe eingekehrt war, wollte ich dann in den sauren Apfel beißen und die (kostenpflichtige) Service-Hotline anrufen. Hier durfte ich erst minutenlang mich durch den Sprachcomputer hangeln und bekam dann, als ich mich zu einem Mitarbeiter aus Fleisch und Blut hätte durchstellen lassen können, die lapidare Mitteilung, dass alle Mitarbeiter im Gespräch seien und ich es doch später nochmal versuchen solle. Für wie blöd hält freenet seine Kunden. Immerhin wird so verhindert, dass ich mir auf meine Kosten viertelstundenlang hirnerweichende Warteschleifenmusik anhören darf, aber wer sagt mir, dass ich bei meinen nächsten Versuchen (wo ich zunächst wieder den wenig komfortablen Sprachcomputer bedienen darf), nicht wieder vor der letzten Hürde scheitere.

Ich stelle fest, dass es für mich als Bestandskunden keinen Support gibt.

Heute abend geht ein Fax mit Fristsetzung an freenet (mit Kopie an die c't) ...

Warum heißt Leistung bei DSL-Anschlüssen im Moment nur Bandbreite und nicht Kundennähe? Ob sich die Anbieter mit zunehmender Marktsättigung wieder auf den Service besinnen? freenet muss sich jedenfalls bei mir jetzt etwas ins Zeug legen, damit ich mich nach Ende des Vertrags nicht nach einem anderen Dienstleister umsehe ...
Ich wäre gerne bereit, etwas mehr zu zahlen, wenn mir dann unkomplizierter Support durch kompetente Mitarbeiter garantiert wird.

Mittwoch, Februar 14, 2007

Hotline-Horror

Ja, es stimmt: Es ist um die Wetterfichte etwas ruhig geworden.

Das liegt daran, dass ich gerade mit meiner Familie umziehe ...

Nun soll ja dann der Telefonanschluss auch umziehen. Die Telekom bietet dafür einen Online-Umzugsservice an. Ich habe mehrfach versucht, den entsprechenden Vorgang abzuschließen, bin aber jedesmal gescheitert, weil eben Entscheidendes nicht geht (z.B. den Eintrag im Telefonbuch zu bestimmen - vielleicht habe ich den Link dazu einfach nicht gefunden).

Also habe ich mir gedacht, bei der Hotline anzurufen, was mir auch dadurch schmackhaft gemacht wurde, dass dieselbe kostenfrei ist (was bei einem Telefonprovider ja eigentlich auch selbstverständlich sein sollte). Zu Beginn wird man von einem Sprachcomputer begrüßt, dessen geduldige weibliche Stimme nach dem Begehr fragt und dann eine gesprochene Antwort erwartet. Offenbar ist die Dame etwas schwerhörig (man hört ja immer wieder von Gesundheitsschäden durch exzessives Telefonieren), jedenfalls bin ich trotz eines deutlich artikulierten "Umzug" zunächst bei der Rechnungsauskunft, wo eine freundlich-schnoddrige Mitarbeiterin mit meinem Anliegen so überhauptnichts anfangen konnte, aber zusagte, zu versuchen, mich mit der zuständigen Abteilung zu verbinden und mich widrigenfalls "zurückzuholen". Das gelang aber leider nicht - nach knapp 10 Minuten Wartemusikgedudel habe ich aufgegeben und nochmal mit dem Sprachcomputer geplaudert. Daraufhin bekam ich den richtigen Ansprechpartner an die Reihe, der dann auch geduldig meine Wünsche aufnahm. Zwischendurch musste er seinen Computer neu starten (vermutlich verwendet die Telekom ein Produkt aus Redmont), konnte aber schließlich den Vorgang zu unser beider Zufriedenheit abschließen.

Was wäre gewesen, wenn ich für die gut 45 Minuten auch noch teuere 0180er-Tarife hätte löhnen müssen?

Ich mag keine Hotlines, freue mich aber immer, wenn es Positivbeispiele gibt (memo und BerlinElektro haben zum Beispiel sehr nette und schnelle Mitarbeiter am Telefon sitzen).

Samstag, Februar 03, 2007

Billig ist nicht preiswert

Irgendwie wird in der Werbung gerade das Wort "billig" wiederentdeckt: Da gibt es die unsägliche Rio-Reiser-Fledderei eines Elektromarktes und jetzt kommt auch noch ein Lebensmitteldiscounter mit "frisch trifft billig" ...



"Billig" ist bei mir alles andere als positiv belegt: "Billig" ist fadenscheinig, wenig stabil, ohne innere Werte. Auch Wiktionary kennt die Bedeutungen: qualitativ minderwertig, ideenlos, einfallslos ...

Donnerstag, Januar 18, 2007

Politikverdrossenheit

Wen wundert es eigentlich angesichts des vom bayerischen "Landesvater" aufgeführten Trauerspiels, dass die Politikverdrossenheit, insbesondere bei der Jugend, immer mehr zunimmt. Ein macht- und selbstverliebter älterer Herr, der einfach nicht verstehen kann, das seine Zeit vorüber ist. Und dass die aktuelle Schlammschlacht rund um den einzigen CSU-Politiker von Bundesformat* die gleichen Züge trägt wie das Ausbooten des Konkurrenten um die Vorherrschaft in der CSU vor 13 Jahren, wirft kein gutes Licht auf den Umgang zwischen den bayerischen Parteifreunden und erinnert eher an das Treiben in Geheimbünden. Kann man als Bürger Vertrauen haben zu Volksvertretern, die auf derart morastigem Boden unterwegs sind? Das alles ist weder christlich noch sozial ... ab in die Ecke und schämt euch!

Der CSU täte es gut, sich mal in eine Klausur zurückzuziehen, die nicht nur eine Woche sondern einige Jahre dauert ...

* OK, ich gebe zu, es gibt noch einen zweiten CSU-Politiker von Rang in Berlin ...