Montag, Juli 30, 2007

Sind wir nicht alle gedopt ...

Morgens Kaffee und Orangensaft (wahlweise auch die unsäglichen Vitaminbrausetabletten *börcks*). In der Pause am Arbeitsplatz eine Zigarette. Und noch ein Espresso nach dem Mittagessen in der Kantine. Und noch eine Zigarette. Abends ein oder zwei Bier und dann nachts eine Aspirin ...

Milch-Globalisierung

Skurril, wenn die Preise für Milch und Molkereiprodukte ansteigen, weil die Nachfrage in Asien für Milchpulver aus der EU angestiegen ist. Ich würde ja gerne mehr für den Liter Milch zahlen, wenn ich mir sicher wäre, dass die Landwirte dafür einen fairen Preis bekommen. Noch ist aber nicht ganz klar, ob von der Preissteigerung auch ein paar Cent beim Produzenten hängen bleiben ...

Dienstag, Juli 03, 2007

Aussterbende Wörter

Ich habe ein Faible für bedrohte Wörter und habe mich deshalb sehr über diese kleine Anzeige in unserem örtlichen Amtsblatt gefreut:

Freitag, Juni 22, 2007

Spam-Poesie (3)

Nimm die Pille, sei kein Dummer, sonst schaffst du nie 'ne gute Nummer!

Volk der Dichter und Denker ...

Donnerstag, Juni 21, 2007

L.A. Commercial

Gestern abend habe ich seit Monaten mal wieder Privatfernsehen geguckt. Weil ich mir L.A. Confidential anschauen wollte. Gut besetzt, viel versprechende Handlung; ich kannte den Streifen noch nicht. Die Handlungsstränge wurden gut aufgebaut, manches etwas undurchsichtig, aber gerade das hat seinen Reiz. Und gerade dann, wenn der Zuschauer auf der Höhe der Handlung ist: Werbung. Na schön, man kann ja aufs Klo gehen, den restlichen Abwasch machen, ein Telefonat erledigen. Dann muss man sich wieder regelrecht in die Handlung einarbeiten - wo waren wir stehen geblieben?



Kurzum: Mit Beginn des dritten Commercial-Breaks habe ich die Glotze ausgemacht und weiß jetzt nicht, wie der Film ausgeht - vielleicht leihe ich mir mal die DVD aus oder hoffe, dass der Film mal im Öffentlich-Rechtlichen kommt ...



Ich könnte wirklich gut auf die Privatsender verzichten.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Sprachnotzucht

Etwas so skurriles wie die in dieser AFP-Meldung unter der Überschrift "G-8-Gipfel erzielt Klima-Einigung" verlautbarte Äußerung habe ich selten gelesen:

"Die G-8 wollten eine Halbierung ihrer Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2050 als Zielsetzung "ernsthaft" in Betracht ziehen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den Verhandlungen. "
Etwas ernsthaft in Betracht ziehen heißt doch nicht mehr als "mal sehen, was wir machen können" ... Die Überschrift verspricht somit mehr, als die Meldung einlösen kann.

Gipfel-Irrsinn

Hollemann weist in einem sehr lesenswerten Blog-Beitrag auf den kostenintensiven Sicherheitswahn des G8-Gipfels hin und macht gleich noch ein paar Vorschläge, wie sich das Geld das nächste Mal sparen (und dann sinnvoller verwenden) ließe. Mir spricht dieser Artikel aus der Seele ...

Wenn man (wie ich) ein bisschen älter ist und bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts (ächz, sooo alt bin ich schon) CS-geschwängerte Luft am Bauzaun in Wackersdorf geschnuppert hat, findet vor allem einige bedrückende Parallelen:

So sieht es heute in Heiligendamm aus (Bild via flickr) ...


... und so sah es annodunnemals in Wackersdorf aus (Bild via asamnet).

Und - wie sich die Bilder gleichen - auch damals gab es Krawallmacher, die am Zaun sägen wollten, sich mit der zahlreich angetretenen Bereitschaftspolizei anlegten und in der öffentlichen bzw. veröffentlichten Meinung das Bild des Anti-Atomkraft-Demonstranten verfälschten.

Die Medien haben leider, wie das von Stefan Niggemeier dokumentierte Beispiel zeigt im letzten Vierteljahrhundert nichts dazu gelernt.

Spamschleuder

Spam ist wirklich eine Seuche: An manchen Tagen sortiert meine sehr gute Filterkombination das zwanzigfache der regulären Mails als Junk aus. Richtig voll wird es im Spamordner, wenn irgendeine Spamschleuder meine Mailadresse als Absender einsetzt und ich dann mit Hunderten von "failure notice"-Mails zugeschüttet werde ... Ätzend.

Mittwoch, Juni 06, 2007

Geschmacksverirrung

Hhm, lecker: Der Supermarkt vor Ort verkauft Bananenchips zum vernünftigen Preis; die richtige Knabberei fürs Büro. Der Appetit vergeht mir dort aber schnell, als ich auf der Tüte lese, dass die Chips mit Aroma versetzt sind. Für was brauchen Bananenchips bitteschön Aroma?!

Dann doch wieder die Chips aus dem Reformhaus ...

Freitag, Juni 01, 2007

Jugendamt

Ernüchternde Meldung von Spiegel Online über verwahrloste Kinder in einer vermüllten Berliner Wohnung:

Überall fanden die Beamten verdrecktes Geschirr. Das Etagenbett im Kinderzimmer war nicht benutzbar, das obere Bett war voller Erbrochenem. Der Boden im Wohnzimmer war mit einer Schicht Tierhaaren bedeckt. In allen Räumen lag verschmutze Wäsche auf dem Boden. Für die Kinder waren keine Sanitärartikel wie Zahnbürsten vorhanden, ebenso wenig wie benutzbare Handtücher.

Dann der Satz:

Das Jugendamt entschied, dass die Kinder bis auf weiteres in der Wohnung bleiben sollen.

Das klingt ja richtig kompetent ...

*würg*

Auch ich ...

folge dem Trend zur Selbstbezichtigung und gestehe:
[via holyfruitsalad]

Donnerstag, Mai 31, 2007

Sprachverwirrung

Abgesehen von unmuterregenden Vorschlägen unseres Innenministers verärgert mich der inflationäre Gebrauch des Wortes "Globalisierungsgegner", da man gegen etwas unvermeidlich vorhandenes nicht sein kann (genauso unsinnig wären Sonnen- und Luftgegner). Sogar in die Hauptnachrichten der Tagesschau, der ich eigentlich etwas mehr Differenziertheit zugetraut hätte, hat sich dieser Begriff geschlichen ...

Deswegen freue ich mich über den klugen Beitrag von Michael Schulze von Glaßer im Journalismus-Blog, der es auf den Punkt bringt:

"Das gros an Menschen die gegen den G8-Gipfel protestieren werden ist, mit Ausnahme der rechtsextremen Globalisierungsgegner, wohl am besten als Globalisierungskritiker zu bezeichnen. Diese Menschen sehen in „Globalisierung“ etwas positives, kritisieren jedoch die neoliberale Art heutiger Globalisierung. Selbst die wohl bekannteste globalisierungskritische Organisation, attac, wird in den Mainstream Medien oft als „Globalisierungsgegner“ bezeichnet."

Sonntag, April 22, 2007

Emetikum

*schudder* Die Netvibes-Lektüre meiner Blogroll im AvD-Zimmer anlässlich eines angenehm ruhigen Bereitschaftsdienstnachmittags findet ein schnelles Ende, wenn ich von der Nachbarstation durch das offene Fenster mit Xavier Naidoo beschallt werde ... ich suche mir lieber mal ein bisschen Arbeit.

Nie BIOS-Update unter Windows!

Nachdem mein Monitor sich jetzt endgültig verabschiedet hat, habe ich mir einen schicken Widescreen-TFT gekauft, um dann festzustellen, dass der Grafik-Chip des gerade mal ein halbes Jahr alten PC die erforderliche Auflösung von 1440x900 Pixeln nicht hinbekommt. Die ausführliche Webrecherche (was haben wir früher eigentlich ohne das Internet gemacht?) legte zunächst nahe, dass ich mir wohl eine Grafikkarte kaufen muss. Dann war aber in einem Forumsposting zu lesen, dass auch ein BIOS-Upgrade helfen könnte. Asus listete auf seiner vorbildlichen Webseite tatsächlich meine Hauptplatine auf und versprach ausdrücklich die Lösung des Auflösungs-Problems. Zum Download bereit stand außer dem BIOS-Update auch ein Flash-Tool zum Einsatz unter Windows. Dieses meldete nach dem Flashen, dass es das Update nicht verifizieren könne, bot jedoch keine weiteren Lösungsmöglichkeiten an. Nach dem Rechnerneustart begrüßte mich dann auch lediglich ein Not-BIOS, das lakonisch feststellte, dass es kein Betriebssystem fände. So eine Meldung lässt den Adrenalin-Spiegel doch deutlich ansteigen.

Immerhin war dann nach weiterer Recherche mittels meines Laptops das Erstellen einer CD mit einem DOS-Flash-Tool und der Upgrade-Datei möglich. Diese CD wurde anstandlos geschluckt und führte den Upgradevorgang durch - mit dem Effekt, dass der TFT jetzt die gewünschte Auflösung zeigt.

Take-home-message: Nienienie BIOS-Upgrade unter Windows, selbst wenn der Platinenhersteller entsprechende Programme anbietet - es ist garantiert, trotz aller Bemühungen, im Hintergrund noch irgendein Programm oder Prozess aktiv, der das reibungslose Update verhindert.

Donnerstag, April 12, 2007

Altherrengewäsch

Wenn sich jemand so zu Familienpolitik äußert, wie es ein katholischer Kirchenoberer aus Augsburg gerade tut, kann man daraus nur schließen, dass er sich bereits sehr weit von seinen Schäfchen entfernt hat. Jemandem, der tagtäglich in der Seelsorge steht, dürfte keinesfalls entgangen sein, dass es Realität ist, dass sich eine Familie in vielen Fällen mit einem Lohn oder Gehalt nicht mit dem zum Leben Notwendigen versorgen lässt und dass aus dieser Not heraus eine suffiziente Versorgung der Kinder bitter nötig ist. Für das reine Hausfrauen- oder Hausmanndasein gibt es nunmal keinen Lohn. Es sind auch nicht immer Omas und Opas greifbar, die sich gerne einspannen lassen; Tagesmütter wiederum sind teuer (und stehen oft auch nicht zur Verfügung).

Der Wert der Familie (der unbestritten ist) bemisst sich nicht daran, dass es ein traditionelles Familienleben gibt, sondern daran, dass Kinder zufrieden, (in positivem Sinne) behütet und gefördert aufwachsen können, dass sie wissen: Jemand ist da für mich.

Die Schaffung von Krippen- und Kindertagesstättenplätzen ist bestimmt kein Allheilmittel für eine in vielen Bereichen haltlos schlingernde Gesellschaft, aber sie ist ein wichtiger Puzzlestein. Leute mit guten Ideen zu diffamieren, ist jedenfalls kein Schmuck für einen Theologen, der sich als Hirte verstehen sollte - es ist im Gegenteil eher ein Hinweis darauf, dass er dringend zeitnah in den Ruhestand versetzt werden sollte ... (die SZ weist aber darauf hin, dass Mixa mit seiner Meinung in der katholischen Kirche nicht alleine steht)

Donnerstag, April 05, 2007

"Abwesendheit"

Ich muss jedesmal grinsen, wenn mit "Abwesendheit" überschriebene Mails des Kommandanten unserer Werksfeuerwehr eintrudeln, in denen dieser mitteilt, dass er eine Zeit nicht im Hause ist und die Vertretungsregelung bekannt gibt.
Das Wort "Abwesendheit" steht zwar so in keinem Wörterbuch, ist aber grammatikalisch von einer zwingenden Schlüssigkeit.

Deswegen wird das schöne Wort auch zu Google des Tages (> 42.000 Hits - du bist nicht allein).

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Also, ich oute mich hier mal: Ja, ich lese die deutsche VANITY FAIR und ich finde sie sogar gut. Es ist diese Mischung aus Klatsch (nicht so plump wie bei Bunte, die ich noch nichteinmal mit Latexhandschuhen anfassen würde und nicht so paparazzimäßig wie bei Gala), guter Fotografie (mit teilweise großartig entlarvenden Celebrity-Fotos) und durchaus vernünftigen Kultur- und Politikartikeln (die zwar reichlich konservativ sind, aber man darf ja auch was zum Reiben haben). Zudem ist das Layout gelungen.

Natürlich dient die VANITY FAIR als Klolektüre, was aber ja nichts ehrenrühriges ist. Sie wird dort in der Regel von vorne bis hinten gelesen. Der peinliche Lapsus mit dem Knut-Artikel der vergangenen Woche, der in Teilen doppelt, dafür aber nicht vollständig abgedruckt wurde, ist schon fast vergessen [wenn Ihr hier mitlesen solltet: ich bewerbe mich hiermit um die hoffentlich gut dotierte Stelle eines nebenberuflichen Schlussredakteurs - eine eigene Schlussredaktion kann sich die VF offenbar nicht leisten ...].

Gut gefällt mir ein Satz, den Philipp Jessen in seinem Artikel über Sarah Connor schreibt: "Sie ist das, was man auf provinzielle Art gut aussehend nennen würde" - richtig! - und leider kein bisschen mehr als das ...

Sonntag, März 25, 2007

Coffee to go

In den Filialen eines großen amerikanischen Kaffeebrauers wird man bei der Bestellung an der Kasse immer nach seinem Vornamen gefragt, der mittels Edding zusammen mit Kürzeln über den Inhalt des zu füllenden Bechers auf eben jenen geschrieben wird und dann nach Fertigstellung in den Raum gerufen wird, damit der wartende Kunde zum gewünschten (und
gezahlten) Getränk kommt.

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie schwer sich manche deutsche Zeitgenossen meist älteren Semesters mit der Bitte nach der Nennung des Vornamens tun. So wurde ich heute Zeuge, wie ein „Hermann“ (was natürlich genauso gut ein Nachname sein könnte), die freundliche junge Frau hinter dem Tresen in eine lebhafte Diskussion darüber verwickelte, wofür sie denn jetzt seinen Vornamen wissen wolle.


Donnerstag, März 22, 2007

Kundenorientierung

Schön, wenn man im Pfeifenladen seines Vertrauens, auch wenn man mangels Gelegenheit nur alle paar Jahre persönlich dort auftaucht, zunächst mit viel Engagement und Sachverstand beraten und schließlich vom Chef an der Kasse wie ein alter Bekannter begrüßt wird.

Und, hach, natürlich wollte wieder ein wunderbar gemasertes Pfeifchen mitgenommen werden ...



Mittwoch, März 21, 2007

Sibirischer Kuhschnupfen

Das schöne an einer mehrköpfigen Familie ist, dass Infekte rumgereicht werden und so richtig reifen können. Jetzt hat es mich erwischt. Als braver Arbeitnehmer habe ich natürlich gemeint, das am Wochenende abhandeln zu können, aber diesmal ging es nicht. Die beste Mutter meiner Kinder lästert dann gerne über "kranke Männer" im allgemeinen und speziellen. Ich sei nicht krank, sondern nur erkältet. Die rotzelnde Nase und der hustende Hals stören mich da ja garnicht so sehr, und sie schränken auch die berufliche Leistungsfähigkeit kaum ein, blöd sind nur die weichen Knie und das dumpf-matte Hirn ...